Kreishandwerkerschaft Leer-Wittmund kämpft für Wiedereinführung der Meisterpflicht

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Das Handwerk braucht jeder

“Wir brauchen wieder eine Meisterpflicht für alle!” Diese Forderung stellte der Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft Leer-Wittmund Jan Denkena jetzt in einem Gespräch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann. Bei der Christdemokratin rannte er damit offene Türen ein. Sie hatte 2003 gegen die Aufweichung der Meisterpflicht im Handwerk durch die damalige Bundesregierung gestimmt.

Die Meisterpflicht erlaubte es früher nur Handwerkern mit Meisterbrief, einen handwerklichen Betrieb zu gründen und zu führen. Die Meisterprüfung ist zeitlich und finanziell aufwändig. Berufe wie bsp. Maurer oder Zimmerer fallen weiterhin darunter. Dagegen benötigen Fliesen-, Platten- oder Mosaiklege-Betriebe zum Beispiel keinen Nachweis mehr. In diesen Bereichen vervielfachte sich die Anzahl der Betriebe, während die Zahl der Auszubildenden sank. Connemann ist deshalb überzeugt: “Die Zahlen sprechen für sich. Auf den Baustellen tummeln sich Solo-Selbständige ohne Meisterqualifikation. Den Preiswettbewerb können Meisterbetriebe mit qualifizierten Fachkräften nicht gewinnen. Darunter leiden am Ende Ausbildung, Verbraucher, Sozialkassen und das Steuersäckel.” Für eine Sicherung der Meisterpflicht sprechen sich auch die Innungsmeister Heiner Heijen und Markus Leggedör aus. Ihre Berufe als Friseur und Fleischer unterliegen dieser.

Nur jemand, der eine Ausbildung und seinen Meister gemacht hat, darf Haare schneiden oder Fleisch zerlegen. Davon profitieren Kunden. “Der Meisterbrief steht für Ordnung und Qualität im Handwerk.”, sind beide sich sicher. Das Handwerk brauche jeder.


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