2018 – Zeitungszusteller erhalten ab Januar 8,84 Euro Mindeslohn – Mehrarbeit muss vergütet werden.

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Foto: Ingo Tonsor @ LeserECHO

Mindestlohn: 8,84 Euro für Zeitungszusteller – ab 1. Januar 2018

Seit dem 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 haben Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller einen Anspruch auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro, ab dem 1. Januar 2018 bekommen sie den von der Mindestlohnkommission beschlossenen Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro ohne Einschränkung. Der Mindestlohn darf gemäß Mindestlohngesetz – MiLoG nicht unterschritten werden.

Laut Verdi versuchen einige Arbeitgeber über Zielvorgaben bzw. Stückvorgaben, den Mindestlohn zu unterwandern. Oft werden unrealistische Soll-Zeiten auf Basis von „GPS-gestützten Wegeoptimierungen “vorgegeben.

Zufolge § 17 des MiLoG (Erstellen und Bereithalten von Dokumenten) sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre beginnend ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt aufzubewahren.

Zur Sicherheit und für etwaige arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen sollte jeder Beschäftigte seine tatsächlichen Arbeitszeiten selbst dokumentieren. Eine einfache Tabelle mit Angaben wie Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit reicht dabei aus. Sollte die reguläre Zustellzeit einmal überschritten werden, sollte der Grund stichpunktartig mit angegeben werden. Glätte, Regen, erhöhte Beilagenmengen in der Vorweihnachtszeit, ein platter Fahrradreifen oder ein Unfall, können Gründe für Verspätungen sein, die kein Arbeitgeber oder eine Zielvorgabe vorhersehen kann.

Arbeitgeber schriftlich informieren

Da die Zeitungsverleger die genauen Austragezeiten kaum erfassen können, sollten Zeitungszusteller ihre Arbeitszeiten nicht nur dokumentieren, sondern bei Abweichungen auch ihrem Arbeitgeber schriftlich, zum Beispiel per Mail, zur Verfügung stellen. Mehrarbeit muss vergütet werden. Sollte ein Arbeitgeber nicht bereit sein, die geleistete Arbeitszeit gemäß Mindestlohngesetz zu vergüten, können sich betroffenen Zeitungszusteller an die Hauptzollämter wenden.

Grundsätzlich unterliegen Namen und Angaben datenschutzrechtlichen Bestimmungen, sodass Daten nicht unbefugt weitergegeben werden dürfen.
Hinweise können Sie selbstverständlich auch anonym abgeben.

Generalzolldirektion
Zentrale Auskunft
Postfach 10 07 61 
01077 Dresden

E-Mail: info.privat@zoll.de

Weitere Informationen und Hilfestellungen 

Für konkrete Fragen zum Themen Mindestlohn steht das  Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Verfügung.

Das Bürgertelefon des BMAS ist von montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 60 28 00 28 erreichbar.


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