Schulanfang 2017 – Kinder Im Straßenverkehr

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PI Leer/Emden (ots) 

Mit der Einschulung beginnt für Erstklässlerinnen und Erstklässler ein ganz neuer Lebensabschnitt mit einer Reihe von neuen Herausforderungen, auch auf dem Schulweg!

Damit sie nicht überfordert werden oder sogar zu Schaden kommen, benötigen sie gerade in der Anfangszeit unsere volle Unterstützung.

Eltern sollten schon frühzeitig mir ihren Kindern den Schulweg, insbesondere das Überqueren der Fahrbahn an gesicherten und ungesicherten Stellen, trainieren und sie auch noch längere Zeit nach dem Schulanfang begleiten. Erst wenn Eltern sich überzeugt haben, dass ihr Kind sich so verhält, wie es sie es geübt haben, können sie sich langsam aus der Begleiterrolle zurückziehen.

Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer sollten in den ersten Wochen nach der Einschulung besonders in der Nähe von Grundschulen aufmerksam und bremsbereit sein. Sie sollten beachten, dass Kinder in diesem Alter anders sehen und hören. Ihr Gesichtsfeld ist noch deutlich eingeschränkt. Dadurch werden herannahende Gefahren oftmals erst zu spät oder gar nicht erkannt. Auch fällt es ihnen schwer, Geräusche sicher zu unterscheiden und die Richtung genau zu bestimmen.

Die Polizei wird in dieser Zeit ebenfalls ein wachsames Auge auf den Schulweg haben, dabei Eltern und Grundschulen unterstützend zur Seite stehen und bei Bedarf mit uneinsichtigen Verkehrsteilnehmern ernste Gespräche führen.

Schulwegsicherheit ist auch für die Verkehrswacht für den Landkreis Leer e. V. ein wichtiges Thema. Daher stellt sie z. B. alljährlich Banner kostenlos zur Verfügung.

 

 

Erst mit 8 – 10 Jahren werden Kinder zu Fußgängern und mit 13 – 15 Jahren zu Radfahrern, die in der Lage sind, die an sie gestellten Anforderungen einigermaßen sicher bewältigen zu können.

Deshalb, wenn sie Kinder am Straßenrand sehen, verringern sie deutlich ihre Geschwindigkeit und seien sie bremsbereit. Insgesamt müssen die Eltern und Erwachsenen öfter daran denken, dass sie auch im Straßenverkehr eine Vorbildfunktion inne haben. Durch Beobachtung und Nachahmung erlernen unsere Kinder ihre Fertigkeiten und Kenntnisse.

Der kürzeste Schulweg muss nicht der sicherste sein. Die Kinder sollen die Fahrbahn möglichst selten überqueren. Wenn es dennoch geschehen muss, dann vorzugsweise an Kreuzungen und Einmündungen mit Fußgängerampeln oder Zebrastreifen. Üben sie mit den Kindern rechtzeitig den Schulweg ein und besprechen sie die Gefahrenpunkte.

Dazu zählt auch, bei einer grünen Ampel oder beim Zebrastreifen immer noch nach links und rechts und wieder nach links zu schauen, um sich zu vergewissern, dass die Autos wirklich halten. Das Verhalten ihres Kindes können die Eltern überprüfen, indem sie dem Kind mit einem gewissen Abstand folgen. Schicken sie es aber erst alleine auf den Weg, wenn es die Strecke und die Verkehrsverhältnisse genau kennt, auch sollte es nicht unter Zeitdruck oder zu früh auf den Weg geschickt werden. .

Zur Förderung der Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg werden Schulwegpläne aktualisiert und in ihrer Schule vorrätig gehalten.

Schulanfänger sollen noch nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule geschickt werden, da sie im Alter von 6 oder 7 Jahren nicht in der Lage sind, ein Fahrrad sicher zu beherrschen und sich gleichzeitig auf den Straßenverkehr konzentrieren zu können.

Wenn sie ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, sichern sie es mit einem geeigneten Rückhaltesystem. Bei Fahrgemeinschaften muß für alle Kinder ein entsprechender Sitz vorrätig gehalten werden. Am Fahrziel halten sie so, dass das Kind keine Fahrbahn überqueren muss. Kinder sollen grundsätzlich auf der rechten Seite unter Mithilfe des Fahrers, der Fahrerin, ein- bzw. aussteigen.

Besondere Gefahrenstellen auf dem Schulweg stellen auch die Bushaltestellen dar. Daher möchte die Polizei noch einmal an die entsprechende gesetzliche Regelung erinnern. Wenn sich ein Bus der Haltestelle nähert und die Warnblinkanlage eingeschaltet ist, darf der Bus nicht überholt werden. Hält ein Bus an der Haltestelle mit eingeschalteter Warnblinkanlage, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit (3-7 km/h) an ihm vorbeigefahren werden, damit jede Gefahr für die Fahrgäste ausgeschlossen ist. Diese Regelung gilt auch für den Gegenverkehr der selben Fahrbahn. Wenn nötig, muss der Fahrzeugführer warten. Wenn der Busfahrer kein Warnblinklicht eingeschaltet hat, darf nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

Aber auch das Fahren mit dem Bus, insbesondere aber das Warten an der Bushaltestelle, müssen die Eltern mit den Kindern üben. Eine Bushaltestelle ist kein Spielplatz. Durch Rangeleien und Stoßen können die Kinder leicht abgelenkt werden und unabsichtlich, mit den entsprechenden Folgen, auf die Fahrbahn treten. Ein in eine Haltebucht einfahrender Bus benötigt einen erheblichen Sicherheitsstreifen, so dass die Kinder nicht unmittelbar an der Bordsteinkante stehen dürfen. Sie sollen an den Bus erst herantreten, wenn er zum Stehen gekommen ist und die Tür geöffnet wurde. Nach dem Aussteigen sollen die Kinder an einer sicheren Stelle die Fahrbahn überqueren. Niemals unmittelbar vor oder hinter dem Bus plötzlich auf die Fahrbahn laufen. Notfalls müssen sie solange warten, bis der Bus abgefahren ist.

Zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr tragen auch helle Kleidung und Reflektoren bei. Die Kinder werden von den anderen Verkehrsteilnehmern eher gesehen und können dementsprechend früher reagieren.

 

 

2. Tipps für den sicheren Schulweg

Allgemein

– Bereits vor dem ersten Schultag mit den Eltern den Schulweg
einüben – Den Schulwegplan der Schule erfragen. – Der kürzeste Weg
muss nicht der sicherste sein. – Zu Hause frühstücken – Rechtzeitig
aber nicht zu früh und ausgeschlafen zur Schule gehen. – Das Prinzip
“Bus auf Füßen, Walking – Bus” anwenden Mit Freunden Treffen und
gemeinsam zur Schule und nach Hause gehen. Nicht bummeln. –
Erkennbarkeit durch helle Kleidung, Reflexionsmaterialien, Ranzen
erhöhen

Zu Fuß zur Schule:

– Die Straße an sicheren Querungsstellen überqueren – Ampeln,
Zebrastreifen, Fußgängerfurten nutzen – Deutlich bis zum Bordstein an
die Fahrbahn herantreten und zunächst stehen bleiben. – An allen
Stellen erst nach links, nach rechts und wieder nach links schauen,
deutlich mit dem ausgestreckten Arm nach vorne Handzeichen geben und
erst wenn alle Fahrzeuge stehen, losgehen. – Blickkontakt zum
Fahrzeugführer herstellen, Erst wenn dieser dich ansieht, hat er
dich wahrgenommen. Weg der “gelben Füße” nutzen – Nicht bei Rot die
Straße queren. Wenn die Ampel beim Überqueren auf Rot umspring,
weiter gehen – Nicht zwischen geparkten Fahrzeugen auf die Straße
treten. – Nicht vom Grundstück auf die Straße laufen. Häufig wird die
Sicht auf die Straße und auf die Grundstückseinfahrt durch hohen
Bewuchs verdeckt. – Auf dem Gehweg an der Häuserseite gehen. –
Fußgänger müssen den Gehweg benutzen. Auf der Fahrbahn dürfen sie nur
gehen, wenn die Straße keinen Gehweg noch einen Seitenstreifen hat,
innerhalb geschlossener Ortschaft links oder rechts, außerhalb
geschlossener Ortschaft links. Bei Dunkelheit, schlechter Sicht oder
wenn die Verkehrslage es erfordert, einzeln hintereinander.

Mit dem Pkw zur Schule:

– Geeigneten Kindersitz (12 Jahre, 150 cm) nutzen. – Rechts und
auf der Seite der Schule und unter Mithilfe des Fahrers, der Fahrerin
aussteigen. – Hierbei auf Fußgänger und Fahrradfahrer achten. – Nicht
mit dem Ranzen auf dem Rücken im Auto sitzen.

Mit dem Bus zur Schule:

– An der Bushaltestelle mindesten 1 m von der Bordsteinkante
entfernt stehen bleiben. – Nicht drängeln und stoßen. – Im Bus ruhig
sitzen, den Ranzen zwischen die Beine auf den Boden stellen. – Nicht
im Eingangsbereich stehen bleiben, – Beim Aussteigen nicht drücken
und schieben. – Nicht vor oder hinter dem haltenden Bus die Straße
überqueren, warten, bis dieser die Bushaltestelle verlassen hat.

Nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren – Fahrradhelm tragen – Fahrrad anschließen

Nicht von fremden Personen ansprechen lassen – Distanz zum Auto bewahren, mindestens 2 m. Das zwingt den Fragenden, sein Anliegen öffentlich zu machen, er muss jetzt laut fragen und andere können die Frage auch hören – Wenn dem Kind die Situation komisch vorkommt, soll es auf die Ansprache nicht reagieren oder nur kurz antworten, zum Beispiel: “Lassen Sie mich in Ruhe, fragen Sie einen Erwachsenen” dabei: – Laut Rufen – Zielstrebig aber nicht kopflos weiterlaufen – Nicht in das Fahrzeug einsteigen – Keine Geschenke annehmen – Gehe nach Möglichkeit mit Freunden und Klassenkameraden

Wolfgang Cordes Polizeihauptkommissar Verkehrssicherheitsberater