Mittelstand in Niedersachsen: eine Erfolgsstory, größte Herausforderung ist die Digitalisierung – Landesregierung legt Mittelstandsbericht 2012 bis 2016 vor

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Sehr zufrieden mit der Entwicklung des Mittelstandes in Niedersachsen haben sich Minister­präsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies gezeigt. Die Ergebnisse des am (heutigen) Donnerstag in Hannover vorgelegten Mittelstandsberichtes 2012 – 2016 seien er­freulich. Der Bericht zeige, dass der Mittelstand in der Erfolgsspur sei. Der Mittelstand habe in den vergangenen Jahren 180.000 neue sozialversicherungspflichtige Beschäfti­gungsver­hältnisse geschaffen und sei in Niedersachsen Arbeitsplatzmotor Nr. 1, sagte Weil. Der Be­richt bestätige die Rolle der vielen Mittelständler als Jobmaschine in Niedersachsen. Die Um­satzentwicklung sei positiv, dem Mittelstand gehe es gut, sagte Lies.

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Neben dem demografischen Wandel, der Globalisierung und der Energiewende sei der digi­tale Wandel die größte Herausforderung, vor dem die kleinen und mittleren Un­ternehmen (KMU) stünden, sagte Weil. Daher könnten sie mit der Unterstützung der Landesregierung rechnen. „Wir helfen den KMU und dem Handwerk, indem wir gezielt Innovationen und Pro­jekte der Digitalisierung fördern”, sagte Ministerpräsident Weil.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Olaf Lies verwies auf die Angebote für den Mittelstand im Bereich der Digitalisierung. Mit dem Kompetenzzentrum „Mit uns digital! Das Zentrum für Niedersachsen und Bremen”, seiner Generalfabrik auf dem Messegelände und einem eigens dafür ausgebauten Digitalbus werden kleine und mittlere Unter­nehmen auf dem Weg in die Digitalisierung unterstützt. Dem wichtigen Thema Fachkräftesicherung widme sich die Lan­desregierung auch in dem Bereich mit dem Schulprojekt „BBS fit für 4.0″. Hierbei unterstütze das Land berufsbildende Schulen bei der Ausbildung der Fachkräfte von morgen.

Wesentliche weitere Ergebnisse des Berichtes:

  • Der Bestand an mittelständischen Unternehmen ist im Betrachtungszeitraum 2009 bis 2014 um 3,5 Prozent gewachsen und liegt damit leicht über dem Bundesdurch­schnitt von 3,3 Prozent.
  • Mittelstand und Handwerk schufen zwischen 2010 und 2015 insgesamt 180.000 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
  • Die Ausbildungsquote in den mittelständischen Unternehmen ist in Niedersachsen höher als im Bundesgebiet.
  • In Niedersachsen sind im Jahr 2014 rund 304.000 der insgesamt rund 305.000 Unter­nehmen dem Mittelstand zuzurechnen. Der Mittelstandanteil liegt bei 99,6 Prozent und damit im Bundesdurchschnitt.
  • Die kleinen und mittleren Unternehmen erwirtschafteten 2014 mit 201,2 Mrd. Euro ei­nen um 13,8 Prozent höheren Umsatz als die KMU des Jahres 2009 (177,3 Mrd. Euro).
  • Mitte des Jahres 2015 waren 69,9 Prozent der rund 2,78 Millionen sozialversiche­rungspflichtig Beschäftigten in kleinen und mittleren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten tätig.
  • Rund 142.500 Personen standen am 30. Juni 2015 in Niedersachsen in einem Aus­bildungsverhältnis. Davon wurden rund 108.000 Personen in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigen ausgebildet. Dies entspricht einem Anteil von 75,6 Prozent.
  • Die Zahl der Betriebe im Handwerk hat sich von 2010 zu 2015 um 1, 7 Prozent er­höht. Die Zahl der Beschäftigten hat sich sogar um 3,6 Prozent erhöht. Die Zahl der Ausbildungsplätze im Handwerk ist von 2010-2015 von 50.000 auf knapp 45.000 zu­rückgegangen. In Deutschland war der Rückgang im gleichen Zeitraum noch deutli­cher (-17 Prozent).

Hintergrund zum Mittelstandsbericht und weitere Informationen:Die niedersächsische Landesregierung legt ihren Mittelstandsbericht alle fünf Jahre vor. Grundlage ist das „Gesetz zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (Mittelstandsför­derungsgesetz)”. Es sieht in Paragraf 16 vor, dass die Landesregierung einmal je Legislatur­periode über die Lage und Entwicklung der kleinen und mittleren Unternehmen berichtet, die durchgeführten Unterstützungsmaßnahmen für den Mittelstand darlegt und einen Ausblick auf die Fortführung der Mittelstandsförderung gibt. Der letzte Mittelstandsbericht wurde im März 2012 vorgelegt. Grundlage der Auswertung sind Daten der amtlichen Statistik und Aus­wertungen der Fachhochschule der Wirtschaft, Paderborn.

Der Bericht folgt in der Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen von Groß­unterneh­men überwiegend der Definition der Europäischen Kommission. Danach beschäfti­gen kleine und mittlere Unternehmen weniger als 250 Personen und erzielen entweder einen Jahres­umsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder weisen eine Jahres-Bilanzsumme von höchs­tens 43 Millionen Euro aus.

Mittelstand und Handwerk beteiligen sich in Niedersachsen in überproportionaler Weise an der Ausbildung. Mehr als 75 Prozent aller Auszubildenden werden in KMU ausgebildet, die Ausbildungsquote liegt bei Betrieben mit 50 bis 250 Beschäftigten bei 4,9 Prozent, bei noch kleineren Unternehmen bei sechs Prozent. Im Handwerk liegt die Ausbildungsquote sogar bei neun Prozent.

Um günstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für den Mittelstand zu schaffen, ori­entiert sich die Landesregierung eng an den konkreten Bedürfnissen der kleinen und mittle­ren Unternehmen. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei der Infrastruktur- und Breitband­ausbau sowie ein Bündel an Fördermaßnahmen, das sich auf den Mittelstand und das Hand­werk konzentriert und Nachteile gegenüber Großunternehmen ausgleichen soll.

Von 2012 bis 2016 seien insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Euro im Rahmen der Wirtschafs­förderung an den Mittelstand und das Handwerk geflossen.

Mit der breit angelegten Fachkräfteinitiative setzt sich das Land für eine breite Palette an Maßnahmen zur Qualifizierung, Ausbildungsförderung und Arbeitsmarktintegration ver­schiedener Personengruppen ein und investiert dafür fast 200 Millionen Euro aus dem Euro­päischen Sozialfonds (ESF) in der Förderperiode 2014 – 2020. Um kleine und mittlere Unter­nehmen im Bereich der Forschung und Entwicklung zu unterstützen, fordert die Landesregie­rung hierfür spezielle steuerliche Anreize für den Mittelstand und hat gemeinsam mit Bayern eine entsprechende Initiative in den Bundesrat eingebracht. Inzwischen hat sich auch das Bundeswirtschaftsministerium das Modell zu Eigen gemacht und verfolgt es weiter.

 

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