Pistorius: „Niedersachsen besitzt vitalen Immobilienmarkt”

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Vorstellung des Landesgrundstückmarktberichtes 2017 –

In Niedersachsen ist im vergangenen Jahr erneut deutlich mehr Geld als im Vorjahr für Investitionen in Immobilien ausgegeben worden. Die Zahl der Immobilienverkäufe stagniert, das Investitionsvolumen steigt dagegen an. „Insgesamt sind bei 108.000 Transaktionen etwa 18,4 Mrd. Euro in den Kauf von Immobilien investiert worden. Damit hat sich der Anstieg des Investitionsvolumens gegenüber dem Vorjahr von 14 % auf 6 % mehr als halbiert”, so der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, der heute (8. Mai 2017) in Hannover den aktuellen Landesgrundstücksmarktbericht des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen vorgestellt hat.

Erstmals in diesem Jahr hat der Obere Gutachterausschuss den „Niedersächsischen Immobilienpreisindex für Eigenheime und für Eigentumswohnungen” veröffentlicht. Damit werden langjährige Preisentwicklungen in den unterschiedlichen Regionen Niedersachsens abgebildet. Die niedersachsenweite Betrachtung der Preisentwicklung zeigt seit 2009 einen konstant steigenden Trend, sowohl für die städtischen, als auch die ländlichen Bereiche. Die Preissteigerung in den städtischen Bereichen ist erwartungsgemäß stärker. Hier liegt die Preissteigerung im Mittel seit Anfang 2010 bei 54 %, das entspricht einer jährlichen Preissteigerungsrate von ca. 9 %. In den ländlichen Gebieten sind die Preise im gleichen Zeitraum um 32 % gestiegen, was einer Steigerungsrate von gut 5 % entspricht. Pistorius: „Das liegt in erster Linie an dem nach wie vor günstigen Zinsniveau. Menschen, denen es in Zeiten höherer Zinsen nicht möglich war, Immobilien zu erwerben, haben jetzt in das Eigenheim oder die eigene Wohnung investiert. Dieser anhaltende Trend führt weiterhin zu steigenden Preisen.” Die Gefahr einer Immobilienblase, wie sie zu der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2007/2008 geführt hat, sieht der Minister nicht. „Das Eigenheim oder die eigene Wohnung sind nach wie vor eine gute Geldanlage”, so Pistorius.

Spitzenreiter bei den Preissteigerungen von gebrauchten Eigenheimen ist die Stadt Göttingen mit jährlichen fast 10 % seit 2010. Die Städte Wolfsburg (+ 9,0 %), Braunschweig (+ 7,7 %) und Hannover (+ 7,2 %) belegen die folgenden Plätze.

Bei den gebrauchten Eigentumswohnungen sind die Preise seit 2010 jährlich am stärksten in der Stadt Hannover gestiegen (+ 8,8 %), danach folgen die Städte Osnabrück (+ 8,6 %), Braunschweig (+ 8,5 %) und Oldenburg (+ 8,1 %). Die geringsten Preissteigerungen sind dagegen in den ländlichen Gebieten im südlichen Niedersachsen festzustellen (+ 3,8 %).

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Wer ein Haus bauen und dazu einen Bauplatz erwerben will, muss ebenfalls mit gestiegenen Preisen rechnen; allerdings mit einer Steigerungsrate von niedersachsenweit jährlichen 2,5 %, also in geringerem Maße als bei Eigenheimen oder Wohnungen. Aber auch in diesem Bereich sind starke regionale Unterschiede zu erkennen. In der Stadt Oldenburg stiegen die Preise für Bauplätze seit 2010 jährlich um 10 % und in Braunschweig um 7 %. Im Landkreis Hildesheim sind sogar fallende Preise zu verzeichnen.

Auch auf dem Sektor der Agrarflächen sind starke Preissteigerungen festzustellen. In Gebieten mit ohnehin hohem Preisniveau, z. B. in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und im Emsland, sind die Preise nochmals stark angestiegen. Die mittleren Preise liegen im Hochpreissektor bei 8,10 Euro/m² (Vorjahr 7,50 Euro/m²) und im Niedrigpreissektor bei 1,13 Euro/ m² (Vorjahr 1,00 Euro/ m²).

Zum Hintergrund:

Die im Landesgrundstücksmarktbericht dargelegten Zahlen sind das Ergebnis der Grundstücksmarktanalysen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und der landesweiten Auswertungen des Oberen Gutachterausschusses. Er basiert auf der Auswertung sämtlicher notariell beurkundeten Grundstückskaufverträge. Auf der Grundlage der anonymisiert registrierten Kaufverträge werden Bodenrichtwerte und Grundstücksmarktdaten abgeleitet und in Grundstücksmarktberichten veröffentlicht. Die Arbeit der Gutachterausschüsse ist auch durch die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Gutachtern aus verschiedenen Fachrichtungen geprägt.

Weitere Informationen können dem Bericht, der bei der Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen in Oldenburg oder den Geschäftsstellen der örtlichen Gutachterausschüsse im Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) erhältlich ist, entnommen werden.

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