“Ich mag Grünkohl“ Austauschschüler aus den USA fühlt sich in Völlen zu Hause

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Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (links) besuchte Austauschschüler Joshua (2.v.l.) bei seiner Gastfamilie in Völlen. Mit Gastbruder Felix (14), Freundin Celina und seinen Gasteltern Conny Haake und Jörg Kühne (rechts) versteht er sich blendend.

„Ich wusste nicht viel über Deutschland. Ich wusste nicht, wie die Regierung arbeitet. Ich kannte das Schulsystem nicht. Das hat sich jetzt geändert.“ Joshua Huffman fühlt sich wohl. Er sitzt im Kreis seiner Austauschfamilie und erzählt. Der 18-Jährige kommt aus den USA. Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) ist er für ein Jahr in Deutschland, um Sprache und mehr über die Kultur zu lernen. Für ein Jahr lebt er in Völlen. Der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann berichtete Joshua jetzt über Heimat, Vorurteile und seine Erfahrungen in Deutschland. Joshua kommt aus einem kleinen Ort mit rund 4.000 Einwohnern im Bundestaat Vermont (USA): „Zu Hause ist es fast wie hier. Es ist grün und gibt viele Kühe – nur mit Bergen.“, schmunzelt er. Während er in Amerika zur High School geht, besucht er hier die 10. Klasse am Staatlichen Gymnasium in Papenburg. In seiner Freizeit spielt er Theater und tanzt in Papenburg Hip Hop. Vor ein paar Jahren war Joshua bereits einmal für zwei Wochen in Deutschland. Er wollte mehr über Deutschland erfahren und bewarb sich für das Austauschprogramm PPP. “Die Deutschen sind freundlich aber distanzierter als in Amerika“, stellt er fest. „Hier muss man für und an einer Freundschaft arbeiten. In den USA ist es einfacher mit Menschen ins Gespräch zu kommen.“ Joshua hat die deutsche Küche lieben gelernt. Im Gegensatz zu seiner Heimat gibt es hier viele Brotsorten und sein neues Lieblingsgericht: „Ich mag Grünkohl“, schießt es aus ihm heraus. „Mit Wurst und Kartoffeln. Auch Kuchen und Ostfriesentee sind sehr lecker.“ Seine Gasteltern Conny Haake und Jörg Kühne freuen sich über das neue Familienmitglied. Auch Gastbruder Felix (14) und Freundin Celina lachen. „Eigentlich sollte Joshua nur für einen Sprachkurs für drei Wochen bleiben. Aber dann haben wir gedacht, den behalten wir.“ Bereits vor einigen Jahren hatte die Familie einen Gastschüler aus Argentinien aufgenommen. Conny Haake ist überzeugt: „Andere Kulturen in der Familie zu haben, belebt den Alltag.“ Das weiß auch Gitta Connemann, die sich seit Jahren als Patin für das Parlamentarische Patenschafts-Programm engagiert. Connemann wirbt für den Austausch: „Das Herz eines Landes schlägt in seinen Familien. Nirgendwo haben junge Menschen die Chance, so gute Einblicke in eine andere Lebensweise zu bekommen wie bei ihren Gastfamilien. Deshalb machen wir das Programm. Jedes Jahr kommen Schüler aus den USA nach Deutschland. Umgekehrt gehen Schüler aus Deutschland nach Amerika. Man erfährt wie ein Land wirklich ist.“ Das Austauschprogramm PPP zwischen Deutschland und den USA gibt es seit über 30 Jahren. Mit Stipendien des Deutschen Bundestages sowie des US-Kongresses leben junge Deutsche und Amerikaner für ein Austauschjahr in dem jeweils anderen Land. Sie besuchen dort die Schule oder machen ein Praktikum.

Wer sich bewerben will, findet alle Informationen auf der Internetseite: https://www.bundestag.de/ppp. Die Bewerbungsphase für das 35. PPP (2018 / 2019) startet im Mai 2017.

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